Nacht- und Nebelaktion, mit Katze

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Seit kurzem ist in unserem Haus noch ein wenig mehr Leben: Wir haben eine zweite Katze zu uns genommen. Sie ist noch jung. Ihr Fell ist grau getigert mit weiß. Die Kleine ist voller Energie und tobt durch das Haus, durch den Stall und die Scheune. Sie ist sehr draufgängerisch. Manchmal überschätzt sie sich aber. Vor einigen Tagen mussten wir sie von einem Baum vor unserem Haus herunterholen. Es war sechs Uhr morgens und ich noch kaum wach. Die Katze miaute laut. Im Licht der Taschenlampe blitzten zwei leuchtende Augen auf. Sie war etwa vier Meter hoch oben und konnte nicht mehr runter. Mein Vater holte eine Holzleiter. Ich kletterte hinauf und suchte nach Halt in den Ästen. Lärchennadeln rieselten auf meinen Kopf. Ich griff nach der kleinen Katze. Sie hatte Angst und krallte sich vehement an den Baum. Erst nach einiger Zeit konnte ich sie zu mir nehmen. Langsam kletterte ich mit ihr hinunter. Dann gab es Frühstück – für uns alle.

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Wandern – gehen

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Ich wandere gerne, ich gehe gerne. Ich nehme dabei meine Umgebung in einem für mich passenden Tempo wahr. Ich kann beobachten und entdecken. Beim Gehen kann ich gut nachdenken. Durch meinen Hund Amy bin ich viel draußen unterwegs. Klar muss ich mich dabei auch auf sie konzentrieren, aber wir sind mittlerweile ein ganz gut eingespieltes Team. Damit bleibt Raum für meine Gedanken.

Vor kurzem haben wir uns auf einen längeren Weg gemacht. Wir waren, zusammen mit meinem Vater, viereinhalb Stunden unterwegs und haben dabei etwas mehr als 20 Kilometer zurückgelegt. Es ging durch schöne, alte Buchenwälder und vorbei an neugebauten Einfamilienhäusern und Vorgärten mit kurz gemähtem Rasen. Am Waldboden lag ein dichter Laubteppich. Die meiste Zeit war es ganz ruhig, nur unsere Schritte waren zu hören. Wir sind nur wenigen anderen Wanderern begegnet. Ich habe das lange Gehen sehr genossen, Amy wahrscheinlich noch mehr. Sie wäre die Strecke am liebsten auch wieder zurückgegangen.

Kurz vor unserem Ziel setzte leichter Regen ein. Dichter Nebel hüllte die Umgebung ein.  Es war eindeutig Zeit, die Wanderung zu beenden. Wir waren zufrieden – vor allem auch deswegen, weil wir die Wanderung endlich gemacht hatten. Bald soll es die nächste geben. Ich freue mich schon.

Mirella

bauernhof

Seit vergangener Woche ist Mirella bei uns am Hof. Mirella ist eine Tiroler Grauvieh-Kalbin. Meine Eltern haben sie gekauft. Sie hat sich problemlos in die kleine Rinderherde eingefügt und an ihre neue Umgebung gewöhnt. Mirella hat eine schöne tiefgraue Fellfarbe, spitz aufragende Hörner und haarige Ohren. Sie hat bei uns gelernt, wie gut Äpfel und Kleie schmecken. Sie ist vom Wesen her ruhig und mag es, gestreichelt zu werden. Im nächsten Monat wird Mirella kalben. Es wird ihr erstes Kalb sein. Wir sind alle schon sehr gespannt und auch schon ein wenig nervös. Schließlich ist es schwer vorauszusehen, wie sie mit der Geburt umgehen wird.

Ich erlebe Mirella schon jetzt als Bereicherung für den Hof. Bei meinen Spaziergängen zwischen dem Schreiben der Masterarbeit kann ich sie dabei beobachten, wie sie mit den anderen Rindern ungeduldig auf Äpfel wartet und wie sie ganz selbstverständlich mit ihnen von der Weide zurück in den Stall kommt – als wäre sie schon immer bei uns.

Weiter – unsicher

arbeiten, leben

Ich habe noch keine Schafe gekauft. Ich bin mir noch nicht sicher genug, ob ich den Hof wirklich übernehmen soll. Ich denke viel darüber nach, wäge ab, aber ich komme nicht weiter. Diese Entscheidung drängt meine Masterarbeit in den Hintergrund – was nicht gut ist. Ich muss mich stärker meinem Studienabschluss widmen, dran bleiben, mich konzentrieren. Erst nachdem ich diesen Schritt abgeschlossen habe, kann ich den nächsten gehen.

In der Zwischenzeit war ich im Nationalpark Hohe Tauern unterwegs. Es war gut, ein bisschen Abstand vom Alltag zu gewinnen. Für das Magazin Biorama habe ich eine Onlinereportage darüber gemacht. Ich hatte Spaß am Schreiben und Fotografieren. Es hat Lust auf mehr gemacht. Vielleicht kann diese Arbeit ein Teil meiner Zukunft sein.

Schafe

bauernhof, leben

Die Pause hat länger gedauert als gedacht. Spanien war schön und erholsam. Ich habe ruhige Stunden am Meer verbracht. Zurückgekommen bin ich mit einer Idee: Ich werde Schafe kaufen. Drei oder vier Schafe sollen es sein und ich werde versuchen, hier am Land, bei meinen Eltern, zu wohnen und zu arbeiten. Ich möchte ein Jahr lang ausprobieren, ob ich hier gut leben kann und ob mir die Arbeit mit den Tieren langfristig Freude macht. Meine Motivation ist groß, ich freue mich auf die Schafe. Die Arbeitsteilung mit meinem Vater steht noch zur Diskussion. Außerdem soll einiges im Stall umgebaut werden. Insgesamt steht also so manche Veränderung bevor. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Pause

leben

Die nächsten zwei Wochen mache ich Pause. Ich werde zwei Wochen in Spanien verbringen. Amy wird bei meiner Schwester sein. Ich freue mich schon sehr auf das Meer, den Sand und die Wellen. Ich weiß, dass ich – sollte ich den Hof übernehmen – nicht mehr so einfach weg könnte. Ich möchte aber noch viel Neues sehen und erleben. Ich denke nach über die Entscheidung, die ich in nächster Zeit treffen muss. Das Nachdenken bringt mich aber noch nicht wirklich weiter. Erst einmal Pause machen und sehen, horchen, spüren. Vielleicht finde ich dabei heraus, was ich wirklich will und wie meine Zukunft aussehen soll. Vielleicht gehe ich dabei einen Schritt meines weiteren Weges.

Amy

hund

Amy begleitet mich seit Oktober des letzten Jahres durch mein Leben. Im Juli wird sie ein Jahr alt. Amy hat ihren eigenen Charakter. Sie ist nicht so leicht zugänglich und scheut neue Begegnungen. Sie liebt die Menschen und Tiere, die sie schon kennt. Allen anderen gegenüber ist sie skeptisch. Amy spielt gerne und wild. Sie genießt das Leben auf dem Land. Die vielen Reize der Stadt überfordern sie leicht. Es ist gut, dass Amy bei mir ist. Gemeinsam machen wir lange Spaziergänge. Bei der Arbeit am Bauernhof ist sie immer mit dabei. Wo es uns genau hinzieht, ist noch offen. Wir werden eine gute Lösung für uns beide finden.